Pfarreiengemeinschaft Kallmünz-Duggendorf
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Weitere pastorale Anregungen und Weisungen für die Zeit der Corona-Pandemie in der Diözese Regensburg


                                                                                                                                                                                          Regensburg, 01.04.2020
Sehr geehrter Herr Pfarrer/Pfarradministrator,
in diesen Tagen der strengen Ausgangsbeschränkungen, die in Bayern vorerst bis 19. April 2020 dauern werden und durch die Mithilfe aller hoffentlich zu einer Verlangsamung der VirusVerbreitung führen werden, geschieht in den Pfarreien viel Gutes und Segensreiches. Täglich erreichen uns aus den Pfarreien neue Ideen, wie wir den Menschen gerade in dieser schwierigen Zeit – unter Beachtung aller Vorschriften - nahe sein und ihnen etwas von der österlichen Botschaft bringen können.
Die nachfolgende Auflistung, um deren Weitergabe an die Priester, Diakone, Pastoralreferenten/- innen, Gemeindereferenten/-innen in der Pfarrei ich Sie bitte, ist aus diesem diözesanweiten Austausch entstanden und soll in Ergänzung der verschiedenen Hilfen im Internet (www.bistumregensburg.de) als weitere Anregung zum verantwortlichen Weiterdenken dienen. Dabei sollte uns nicht Aktionismus leiten, sondern die Überlegung, was hilft, was also pastoral notwendig und verantwortbar ist und von den Gläubigen verstanden und gut angenommen werden kann. So wird eine Idee in der einen Pfarrei sinnvoll sein, in einer anderen vielleicht missverstanden werden. Bitte überlegen Sie selbst mit Ihren Mitarbeitern/-innen, was – unter Beachtung aller Vorschriften – klug, gut und umsetzbar ist.

1. Nähe- und Segenszeichen
- Ein seelsorgliches Telefongespräch mit abschließendem Gebet (Vater unser, Ave Maria) und Segen ist immer möglich.
- Manchmal ist bei Einzelhäusern ein Gespräch von der Straße zur Haustür „über den Gartenzaun“ (mit mind. zwei Meter Abstand) sinnvoll.
- Am Karfreitag kann ein (geschmücktes) Kreuz vor die Kirche gestellt werden, wenn es für die vorbeifahrenden Gläubigen gut sichtbar ist. Bitte schützen Sie das Kreuz vor Regen und Diebstahl. Wegkreuze und Marterln können von einzelnen Gläubigen schön geschmückt werden.
- Halten Sie die Kirchen und Kapellen weiterhin offen für das Gebet einzelner. Dazu kann auch für eine bestimmte Zeit (z.B. zwei Stunden) das Allerheiligste ausgesetzt und Weihrauch verwendet werden. Es sollten keine Gruppen zusammenkommen, sondern einzelne. Manche Pfarreien haben an die Kirchentür einen Zettel „Die Kirche ist offen“ angebracht.
- Wo es von den örtlichen Gegebenheiten her sinnvoll erscheint, können sie ein Kreuz zum Segen durch die Straßen der Pfarrei tragen (z.B. am Karfreitag), die Straßen und Häuser mit dem österlichen Weihwasser segnen oder in einer eucharistischen Kleinstprozession (Kreuzträger/-in, Priester mit Monstranz, Klingel-Ministrant/-in – jeweils mit großem Abstand) durch das Dorf gehen. Bitte schätzen Sie selber ein, ob es jeweils geeignet ist und richtig verstanden wird.
- Den Kranken, denen Sie normalerweise am Herz-Jesu-Freitag die Kommunion bringen, können Sie an diesem Tag telefonisch einen österlichen Gruß übermitteln und mit ihnen auf diesem Weg beten.
- Der Pfarrgemeinderat könnte an Ostern ein telefonisches Schneeballsystem in Gang setzen, sodass keiner in der Pfarrei ohne Ostergruß bleibt.
- Ermutigen Sie die Familien und Häuser zum österlichen Hausgottesdienst, der auch ein Segensgebet über die Osterspeisen beinhaltet. An Ostern kann man auch eine Kerze ins Fenster – am besten auf das äußere Fensterbrett und nicht unbewacht – stellen.
- Die Gläubigen geben kleine Fläschchen in der Kirche ab, die dann mit Osterwasser gefüllt und später für die Häuser/Wohnungen abgeholt werden. Jede Ansammlung von Personen soll dabei vermieden werden.
- Die Gläubigen werden eingeladen, einen Palmbuschen zu binden und ihn an einen bestimmten Platz in der Pfarrei abzulegen als Geschenk für andere zum Mitnehmen, z.B. an „heiligen Orten“ (vor Kirchen, Kapellen, Wegkreuzen, Marterln).
- Nutzen Sie für die Kommunikation unter anderem das Internet mit Internetseite und Email, die Sozialen Netzwerke, den extra ausgetragenen Pfarrbrief, den Schaukasten, evtl. eigene Handzettel sowie Telefonketten.
- Bitte denken Sie auch schon an die siebenwöchige Osterzeit mit ihren Festen und Bräuchen und an den Marienmonat Mai.

2. Teilnehmer/-innen bei der Heiligen Messe
Laut Mitteilung der Bayerischen Staatskanzlei vom 30. März 2020 ist es mit Verweis auf das kirchliche Selbstbestimmungsrecht möglich, dass auch Ehrenamtliche im liturgischen Dienst in sehr geringer Zahl an der Hl. Messe mitwirken. „Dabei sollte aber darauf geachtet werden, dass die Mitwirkung auf ein Minimum an einigen wenigen Personen (wie z.B. Lektor, Organist, wenige Ministranten) beschränkt bleibt und die Abstandsregeln eingehalten werden.“ Die Ministranten sollen volljährig sein. In der Messe vertreten und repräsentieren diese Mitfeiernden die anderen Gläubigen, die zuhause im Gebet mit der Messe in der Kirche verbunden sind.
Zur Kommunion reicht der Priester den Mitfeiernden nicht direkt die Kommunion. Vielmehr liegen die Hostien einzeln verteilt auf einer Patene oder auf einer größeren Hostienschale auf dem Altar. Der Gläubige tritt hinzu und macht eine Kniebeuge, der in der Nähe (mit Abstand) stehende Priester spricht „Der Leib Christi“, der Gläubige spricht „Amen“ und nimmt den Leib Christi zu sich und geht auf seinen Platz.
Auf gründliches Hände-Waschen aller (!) vor der Messe ist zu achten. Der Abstand soll zwei Meter nicht unterschreiten.

3. Persönliche Beichte
In Ergänzung zu den bischöflichen Verfügungen „Sündenvergebung und Sakrament der Versöhnung“ vom 26. 03.2020 ist eine persönliche Beichte, die vorher terminlich vereinbart wird (um eine Ansammlung von Wartenden zu vermeiden), unter Wahrung eines großen (!) Abstandes in der Kirche möglich. Dabei kann zum besseren Verständnis auch ein Telefon (Handy) verwendet werden. Möglicherweise ist es zur Wahrung des Beichtgeheimnisses anzuraten, dass sich keine weiteren Personen in der Kirche befinden. Beichtbildchen können hinten in der Kirche zum Mitnehmen aufliegen.

4. Kommunion für die Sterbenden („Wegzehrung“)
Die staatliche Vorgabe vom 20. März 2020 erlaubt ausdrücklich die Begleitung Sterbender (Abschnitt 5 f). Beim Reichen der Wegzehrung in privaten Häusern und Wohnungen (nicht Altenheim oder Krankenhaus) sollte der Priester zum Eigenschutz (und zur Vermeidung, das Virus weiterzutragen) möglichst Schutzkleidung und Handschuhe tragen, auf genügend Abstand zum Sterbenden achten und nach den vorgesehenen Gebeten die Kommunion mit aller hygienischer Vorsicht in die Hand des Sterbenden reichen. Vor und nach dem Besuch wäscht sich der Priester ausgiebig die Hände.

5. Krankensalbung
Die staatliche Vorgabe vom 20. März 2020 erlaubt ausdrücklich den Besuch Kranker (Abschnitt 5 d). Zur Krankensalbung in Privathäusern muss der Priester zum eigenen Schutz und zum Schutz des Kranken Schutzkleidung, Maske und Handschuhe tragen und ausreichenden Abstand wahren. Andernfalls ist eine Krankensalbung nicht möglich. Statt der Handauflegung werden die Hände zum Segen ausgebreitet. Die Salbung geschieht ohne direkte Berührung nur mittelbar mit einem Wattestab oder Einmalhandschuhen, die anschließend würdevoll und hygienisch einwandfrei zu entsorgen sind. Falls nicht genug Krankenöl vorhanden ist, kann der Priester – wie vom Ritus vorgesehen – innerhalb der Feier Öl selbst weihen.

6. Besuch in einem Krankenhaus oder Altenheim
Dies ist derzeit ausschließlich hausinternem Personal erlaubt, wozu im Krankenhaus die Krankenhausseelsorger gehören.

7. Ergänzender Hinweis zur Segnung des Wassers in der Osternacht
Nach den Weisungen der Gottesdienstkongregation in Rom (25. März 2020) ist dieses Jahr keine Segnung von Taufwasser in der Osternacht vorgesehen. Sollte in der österlichen Festzeit nach Lockerung der derzeitigen Beschränkungen eine Taufe möglich sein, ist in der Tauffeier – wie auch sonst außerhalb der österlichen Festzeit – das Taufwasser zu segnen („Lobpreis und Anrufung Gottes über dem Wasser“).

8. Nottaufe bei Sorge um das Leben des Kindes
Für Regionen, die besonders von der Corona-Pandemie betroffen sind und in denen daher eine Gefahr für das Kind ausgeht und auch eine normale Tauffeier innerhalb der ersten Wochen nach der Geburt (vgl. can. 867 § 1 CIC) nicht möglich ist, ist für das Kind die Nottaufe möglich. Die Eltern sollten nach Möglichkeit vorher mit dem Pfarrer über das Vorhaben sprechen (telefonieren). Bei der Nottaufe (s. Gotteslob 575, vgl. Taufrituale „Tauffeier für ein Kind in Lebensgefahr“) beten die Eltern und die anderen Anwesenden der Familie das Glaubensbekenntnis und gießen dann Wasser über das Kind mit den Worten: „N., ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ Sie melden die Taufe zeitnah dem Pfarramt, wo die Taufe eingetragen wird. Sobald es möglich ist, wird in der Pfarrkirche die „Einführung in die Kirche für ein Kind, das die Nottaufe empfangen hat“ gefeiert.

9. Trauung im engsten Kreis
Wenn die Brautleute ausdrücklich darum bitten und der Traupriester einen Aufschub für nicht zumutbar hält, ist eine Trauung im kleinsten Kreis nur im Rahmen eines Wortgottesdienstes möglich. Dazu gehören neben den Brautleuten und dem Priester/Diakon die beiden Trauzeugen, die Eltern der Brautleute und ggf. ein/-e Kirchenmusiker/-in. Bei der Feier ist auf die Abstandsregeln und auf andere Hygienevorschriften zu achten. Die Brautleute reichen sich bei der Bestätigung der Vermählung nur die Hände, die Deuteworte bleiben, der Stola-Ritus und die Handauflegung entfallen.

Herzliche Grüße
Michael Fuchs, Generalvikar
Thomas Pinzer, Leiter der Hauptabteilung Seelsorge
letzte Änderung: 01.04.2020